Love Hotel

or why people don't expect to get hit with a snowball in the house

Da in Japan die Hauswände oft dünn sind und Menschen auf kleinem Raum zusammenleben, wird die Intimsphäre nicht selten in so genannte Love Hotels ausgelagert. Entgegen den westlichen Vorstellungen gelten solche Stundenhotels nicht unbedingt als anrüchig und werden von der breiten Bevölkerung genutzt. Die seit den 80er Jahren zunehmend gestalteten und inszenierten Räume werden von jungen Japanern/-innen gerne auch zu Fotostudios, Karaokekabinen oder Partylokalen umfunktioniert.

Das japanische LOVE HOTEL im Spannungsfeld zwischen Rotlichtmilieu und Alltagskultur bildete die Grundlage für ein Kunstprojekt, welches vom 6.-13. Juni 2009 in einem Haus im alten Kern der Gemeinde Vaduz umgesetzt wurde. Verschiedene Kunstschaffende wurden eingeladen, persönliche Geschichten und Momente, welche dem Besuch eines Love Hotels vorangegangen sein könnten, künstlerisch umzusetzen und in den einzelnen Räumen zu inszenieren. Als Inspiration und Arbeitsmaterial stellte der Schriftsteller Michael Donhauser den Künstler/innen zwei Texte zur Verfügung.

An den Tagen zwischen Vernissage und Finissage konnten die Räume stundenweise zu einem freiwilligen Tarif gemietet werden, wobei sie für Projektbesprechungen, Workshops, Lesungen, Präsentationen, Filmabende, Kaffeerunden, Begegnungen und andere Aktivitäten zur Verfügung stehen sollten.

Für das Kunstprojekt LOVE HOTEL wurde kein Geld bei Stiftungen beantragt, um den privaten und experimentellen Charakter zu wahren. Es wurde vielmehr versucht, das Projekt durch Eigenleistung, Raumvermietungen sowie durch den Verkauf von Getränken, Ausstellungskatalogen und Kunstwerken zu finanzieren - mit Erfolg.

Das LOVE HOTEL wurde initiiert von Cornelia Wolf, Mario Frick, Yvonne Sparber und Laura Hilti.